Elektrische Impedanzspektroskopie/ EIS/ Nevisense jetzt auch für die Diagnostik von weißem Hautkrebs

Zu den Standardverfahren zur Erkennung von Hautkrebs gehören momentan die Auflichtmikroskopie, die sequenzielle digitale Dermatoskopie und in ausgewählten Fällen auch die automatisierte Ganzkörperfotografie. Der Bedarf an unterstützenden Untersuchungsmethoden führte zur Etablierung weitere Verfahren wie z.B. der elektrischen Impedanzspektroskopie (EIS).

Die Genauigkeit der EIS wurde in einer Studie zur Erkennung des schwarzen Hautkrebs (Melanom), an der knapp 2000 Patienten teilnahmen, untersucht: Die Sensitivität betrug dort 97 %. Damit ist die EIS zuverlässiger als der 7-Punkte-Check und als die ABCDE-Regel, mit der sechs von zehn Tumoren diagnostiziert werden können. Die Spezifität lag bei 38 %, der negative Vorhersagewert, d. h. das Maß für die Zuverlässigkeit bei negativer Befundung, liegt bei 99 %. Damit lässt sich bei richtiger Indikationsstellung eine Reduktion unnötiger Muttermalentfernungen erreichen. In einer Studie, in welcher die Kombination von EIS mit digitaler Dermatoskopie untersucht wurde, lag die gemessene Sensitivität bei 100 % und die Spezifität bei 69,5 %.

In einer im Jahre 2020 veröffentlichten Studie der Universität Tübingen wurde belegt, dass EIS sich auch eignet, weißen Hautkrebs wie Basalzellkarzinome (Basaliome) und Plattenepithelkarzinome (Spinaliome) zu erkennen und von gutartigen Läsionen zu unterscheiden. Bei einem Score-Cutoff von 4,5 lagen sowohl die Sensitivität als auch der negative Vorhersagewert bei 100 %. Entsprechend darf die EIS seit 2021 nun in der Diagnostik für den schwarzen und weißen Hautkrebs eingesetzt werden. 

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